Baubiologie ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Bauten als Lebensraum. Praktisch bedeutet dies, dass Baubiologinnen und Baubiologen sich mit Gebäuden befassen - und zwar in Hinsicht auf Ihre biologischen Ein- und Auswirkungen. Dazu zählen neben den Eigenschaften, die Bauten für ihre Nutzer haben, auch ihre Einflüsse auf die Umwelt. Es werden also ebenso Emissionen (Auswirkungen von Gebäuden auf ihre Umgebung) wie Immissionen (Einwirkungen der Umgebung auf Gebäude) in die Betrachtung einbezogen.

Neben der reinen Untersuchung oder Planung von Bauwerken selbst gehören zur Baubiologie aber auch alle mit Betrieb und Nutzung von Gebäuden und Häusern zusammenhängenden Bereiche wie Inneneinrichtung, Beleuchtung, Energie oder Ver- und Entsorgung - kurz: alles was zu Gebäuden gehört und sich auf das Wohlbefinden ihrer Nutzer auswirken kann. Besonderes Augenmerk erhält die Wohngesundheit, also der gesamte Bereich, der sich mit gesundheitlichen Auswirkungen der Wohnumwelt auf den Menschen befasst. Naturwissenschaftliche Grundlagen für die Baubiologie sind neben der reinen Bauwissenschaft und der Biologie auch Kenntnisse aus den Bereichen Medizin, Chemie und Physik.

Denn im Umwelt- und Baubereich geht es ebenso um chemische Einflüsse in Luft, Wasser, Boden, Gestein und verschiedensten Baumaterialien, wie um Mikroben und Pilze. Und nicht zu vergessen: auch physikalische Einflüsse sind bedeutsam, sofern sie sich auf die biologische Qualität der Gebäude auswirken: Feuchtigkeit, Wärme, aber auch alle Arten von Strahlung von Infra- bis Ultraschall über Infrarot, sichtbares Licht und Ultraviolett bis hin zu Radioaktivität oder Elektrosmog. Auch im eher esoterischen Bereich spricht man manchmal von Baubiologie, wenn man sich auf Erdstrahlung oder Wasseradern bezieht oder Aspekte der chinesischen Baulehre Feng Shui einbezieht. Der wissenschaftliche Zweig der Baubiologie hat allerdings doch einen überwiegend naturwissenschaftlich fundierten Blick auf seinen Gegenstand.